Topf und Deckel

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Errechnet am 02.Januar 2002

Angeregt durch eine Diskussion am AOL-Pinboard "Postamt-Stammtisch" über die Streitfrage, ob es zu jedem "Topf" lediglich einen passenden "Deckel" gibt, habe ich mir meine eigenen Gedanken dazu gemacht ;-)

Wenn es zu jedem Topf nur einen passenden Deckel gäbe, dann würden die sich doch nie finden, oder!?
Gehen wir diese Sache mal systematisch an. Welche Voraussetzungen müssen eigentlich erfüllt sein, damit ein Topf zu einem Deckel passt? Ich nenne mal den Topf männlich und den Deckel weiblich, obwohl das keine Rolle spielt und umgekehrt genauso der Fall sein kann.
Einmal denke ich, dass es mit diesen "Schubladen" zu tun hat. Jeder Mensch hat doch so seine Eigentümlichkeiten und persönliche Ausstrahlung, nach denen er erstmal grob in eine "Schublade" katapultiert wird. Da gibt es die auf den ersten Blick fiesen Typen, die Liebenswerten, die Schüchternen, die Vorwitzigen, die Kleinkarierten, die Weltoffenen, die Ernsthaften, die Humorvollen, und so weiter. Nehmen wir mal an, es gäbe 30 solcher "Pauschal-Schubladen". Nun kann man doch schonmal ebenso pauschal sagen, dass gewisse Schubladen überhaupt nicht zueinander passen (z.Bsp. kann ich mir einen Fiesen-Typen-Mann mit einer Kleinkarierten-Frau überhaupt nicht vorstellen) und andere Schubladen passen erstmal wiederum hervorragend zusammen (so könnte ich mir Schüchternen-Mann mit Kleinkarierten-Frau gut vorstellen, aber auch Schüchternen-Mann mit Humorvoll-Frau). So gesehen gäbe es unheimlich viele Deckel zu einem Topf. Angenommen, es gibt zu diesen 30 Schubladen immerhin 10 mögliche Kombinationen, so wären das auf 80 Mill. Bundesbürger 26 Mill. Töpfe und passende Deckel.
Aber es gibt natürlich noch andere Kriterien. Ist es etwa vorstellbar, dass sich ein total ungebildeter Typ eine hochgebildete Frau angeln kann, oder umgekehrt?  Ich denke nicht oder nur ganz selten - und in diesem Falle muss dann ein anderer Aspekt der Auslöser sein, aber nicht das Topf-Deckel-Gebilde. Nehmen wir mal an, dass dieses ungleiche Paar 50% der Bundesbürger ausmacht, so blieben nun noch 13 Mill. Töpfe und passende Deckel.
 Ein anderer Gesichtspunkt ist meiner Meinung nach die berufliche Ausbildung. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich eine Stewardess in einen Gärtner verlieben wird, eher wird sie sich in einen ihrer geschäftsreisenden Manager, Piloten oder Kollegen vergucken. Oder beim Maurer wird es wohl kaum passieren, dass sich eine Bankkauffrau in ihn verliebt, oder umgekehrt. Diese beruflichen Gegensätze machen sicherlich nochmals 50% aus, so dass noch auf 6,5 Mill. Töpfe ein Deckel zu finden wäre.
Kann man sich vorstellen, dass sich ein 1,60 Meter kleiner Topf-Mann in eine 1,80 Meter grosse Deckel-Frau verguckt?
Oder ein 150 kg-Topf wird von einem 55 kg-Deckel zugedeckt? Oder ein potthässlicher Topf-Mann wird von einem bildhübschen Modell-Deckel begleitet?  Sicherlich kommt das vor, aber es sind Einzelfälle und hat nichts mit dem Topf-Deckel-Gedanken zu tun (eher mit der Kohle;-). Wenn ich hier mal von mir ausgehen darf und grob gerechnet annehme, dass mir von 20 weiblichen Deckeln, die mir irgendwo flüchtig begegnen, höchstens einer "auf den ersten Blick" zusagen würde, dann blieben von den 6,5 Mill. erstmal noch 325 Tausend Kombinationen übrig.
Nun lassen wir mal die Töpfe und Deckel wegfallen, die vom Alter her überhaupt noch nicht in Frage kommen, sprich Kinder. Da rund gerechnet 15% der Bundesbürger noch unter 16 Jahren sind, verbleiben zunächst noch 276 Tausend Kombinationsmöglichkeiten.
Nun kommt last not least noch der Altersunterschied hinzu. Es ist zwar seit Jahrzehnten ein Wandel im Gange, so dass der Topf nicht mehr wie in früheren Zeiten unbedingt älter als der Deckel sein muss, aber krasse Altersunterschiede sind doch recht selten und Ausnahmen zählen bei dieser Analyse nicht. Wenn man nun alle Möglichkeiten in Betracht zieht, bei der grosszügig gerechnet höchstens ein Altersunterschied von 10
Jahren zugelassen ist, dann fallen statistisch gesehen nochmals gut 70% an Kombinationsmöglichkeiten weg und es verbleiben noch knapp 83 Tausend Töpfe und ihre passenden Deckel.
Nun kommen noch sprachliche Barrieren hinzu. Es ist ja tatsächlich so, dass wir in diesem einen Land 16 Bundesländer haben und in jedem Bundesland wird eigentlich ein eigener Slang gesprochen. Glaubt nicht, dass sich ein Sachse auf eine Schwarzwälderin einlassen würde, wenn die nur Alemannisches von sich gibt - und umgekehrt !  Gehen wir der Einfachheithalber davon aus, dass jeweils 4 Bundesländer sich sprachlich einwandfrei verstehen und somit keinerlei Hürde bei unserem Topf-Deckel-Spiel darstellen, dann bleibt der vierte Teil oder 20,75 Tausend übrig.
Nun endlich müssen wir die Topf-Deckel-Paare in Erwähnung bringen, die sich zwar mal als scheinbar passendes Gegenstück gefunden hatten, aber dann im Laufe der Zeit bemerkten, dass man doch nicht so gut zusammenpasst.
Statistisch gesehen gehen von 7 längeren Beziehungen (One-Night-Stands zählen hier sowieso nicht) 5 wieder in die Brüche, verbleiben also zunächst rund 6 Tausend Töpfe und ihre passenden Deckel.
Damit sind wir eigentlich schon am Ende der Rechnung angelangt, andere einflussreiche Aspekte wollen mir nicht mehr einfallen. Da in der Zahl 6000 noch die Töpfe und Deckel enthalten sind, muss nur noch durch 2 geteilt werden und wir wissen es ziemlich genau: Zu jedem bundesdeutschen Topf gibt es 3000 Deckel !
;O)


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